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Genuß und Umweltverschmutzung

4. März 2008

Unterwegs zu heißen Quellen

Neulich machten wir einen Familienausflug zu heißen Quellen, nahe Tabanan, im südwesten der Insel.
Die Quellen sind relativ leicht zu finden und das Wasser schwefelfrei.
Nur ist die Einfassung alles andere als liebevoll gebaut, und versprüht den Charme einer Umkleidekabine im Freibad.
Kein Vergleich zu den herrlich heißen königlichen Bädern nahe Lovina in Nordbali.
Trotzdem war es ein netter Ausflug in eine Gegend, die wir noch nicht gut kannten.
Das Wasser hat ca.42 Grad Celsius und die Optik der Kamera war leicht beschlagen…

Kids baden in den Hotsprings

Gestern waren wir in Jimbaran, südlich von Kuta und südlich des Flughafens.
(Latitude 8.7697S; Longitude 115.1689E)
Hier gibt es jede Menge Fischrestaurants, die auf Touristen spezialisiert sind.
Man sitzt an Teaktischen unter italienischen Marktschirmen und kann direkt auf dem Strand den frisch gegrillten Fisch genießen.
Leider ist Seafood hier nicht ganz billig, so daß wir am Strand bis zum eigentlichen Ort Jimbaran weitergingen,
um etwas einfacher zu essen.
Hier liegen noch viele Fischerboote auf dem Sand.
Und wo nicht für die Touristen aufgeräumt wird, schaut es so aus:

Jimbaran , schmutziger Strand

In der Regenzeit wird der Dreck von halb Bali ins Meer geschwemmt.
Kläranlagen gibt es nicht, allerdings haben die Häuser meist Sinkgruben.
Die Wasserqualität südlich von Kuta ist schlicht und einfach mies,
vor allem was treibendes Plastik angeht.
Wer will schon zwischen Plastikfolien schwimmen?
Mir jedenfalls ist an dem Tag der Appetit vergangen…

Zurück in “unserem” Dorf gab es das Gegenteil zu beobachten.
Die Dorfgemeinschaft(Banjar) reinigt gemeinsam die Strassen und Abwässerkanäle.
Nicht eine Zigarettenkippe war gestern abend am Strassenrand zu sehen!
Es macht eben einen Unterschied, ob man etwas ins “neutrale” Meer kippt,
oder ob man Müll vor der eigenen Haustür liegen lässt.
Zu Hause soll eben alles ein kleines Paradies sein. Und das ist es ja auch.

Swimmingpool, Demo auch fürs einfügen eines Logos

Und wenn man dann doch essen geht, gibt es immer wieder neues zu entdecken, noch dazu für nen schmalen Taler.
Heute mal Froschschenkel süß/sauer, direkt im Herzen Kutas, an einer der Poppies Seitenstrassen.

Froschschenkel, Hälfte bereits verspeist

Ja, Bali ist alles andere als ein Paradies,
und die Menschen sind nicht besser oder glücklicher, sondern nur einfach anders.
Manchmal unverständlich fremd, oft nur zu einfach durchschaubar.
Trotz übelster Schlaglöcher, Verkehrsstaus und keinem einwandfrei schönen Wetter(z.Z. wieder etwas regnerisch).
Auch wenn ich hier null Rechte habe und vieles anzuprangern wäre-
Ich habe mich schon lange nicht mehr so frei gefühlt.
Die depressive Art in Deutschland vermisse ich nicht.
99% der Leute sind unversichert und frei von Hoffnung auf Rente.
Und genau so viele sehen sich nicht mal um, wenn sie in eine Strasse einbiegen.
Manchmal möchte ich gerne auch mal die nagenden Gedanken an das Morgen abschalten.
Man braucht keine rosa Brille, um es hier aus zu halten.
Heute waren wir noch am Flughafen, um mein Rückflugticket zu ändern, und da stach mir das ins Auge.

Bali is my life

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