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Kriminalität in Bali

1. Juni 2008

Nun sind wir fast zum Opfer geworden.
Letzte Nacht hat ein Einbrecher versucht, bei uns einzusteigen.
Er befand sich schon im hell erleuchteten Garten.
Heute haben wir uns bei Nachbarn umgehört, und in so ziemlich allen Häusern der Umgebung,
in denen Europäer leben,
gab es innerhalb der letzten 12 Monate mindestens einen Einbruch.
Nun werden wir doch einen Wachmann einstellen müssen.
Eigentlich sind Eigentumsdelikte nicht verwunderlich.
Einfache Angestellte und Arbeiter müssen hier mit weniger als einem Euro pro Tag ihr Leben fristen.
Bei den steigenden Lebensmittelpreisen ist dies nicht mehr nahe am Hunger,
sondern bereits darin.
Die Balinesen sind ein sehr lebensfrohes Völkchen und keine Revoluzzer.
Die Not ist gut versteckt und kaum sichtbar.

Gewaltdelikte kommen kaum vor, anders als in den östlicheren Provinzen.

Taschendiebstahl ist in Bali selten.
Am ehesten kann einem das in den öffentlichen Minibussen in Denpasar passieren.

Betrügereien dagegen sind in Indonesien an der Tagesordnung.
Wer Geschäfte mit Indonesiern macht, sollte eins wissen:
Man darf dem besten Freund, der neuen Freundin, ja sogar dem Bruder oder der Schwester, in Geldangelegenheiten nicht trauen.
Auch keiner Amtsperson wie Anwalt oder Notar oder erst recht nicht der Polizei.
Auch niemals jemandem vertrauen, mit dem man schon gute Erfahrungen gemacht hat.
Auf keinen Fall eine Vorleistung erbringen, sondern nur jemand einen (relativ)größeren Betrag anvertrauen, wenn man einen Pfand hat.
Klar kann man Jemanden zum Zigaretten kaufen schicken, der wird aller Wahrscheinlichkeit nach mit den Fluppen wieder kommen, nicht mit dem Euro davonlaufen.
Anders ist es aber bei Beträgen, die den Monatslohn übersteigen, also sagen wir mal ab 30.- Euro.
Freundschaft bedeutet hier nicht Ehrlichkeit.
Indonesier haben zweifelsohne einige stark ausgeprägte menschliche Werte.
Ehrlichkeit gehört leider nicht dazu.

Eigentlich bin ich gar kein Freund von pauschalen Zuweisungen von Eigenschaften an eine ganze Gruppe oder Nation.
Jedes Individuum ist doch verschieden.
Trotzdem lehrt mich die Erfahrung hier:
Lieber Keinem bei Geld trauen, auch wenn man dem Einen, einzigen ehrlichen unter 100 Kandidaten unrecht tut.
99 Mal betrogen zu werden ist einfach zu viel.

Wenn man dies weis, und prinzipiell niemand vertraut, kann man ohne weiteres hier sein Geld verdienen.

Nicht kriminell ist das Kommissionsbuiseness, auch wenn es Europäern sauer aufstoßen kann.
In Bali ist es üblich, daß der Vermittler einen Aufschlag auf Preise macht.
Mit Vermittler ist aber nicht ein Makler gemeint, sondern einfach jeder, der einem eine Besorgung macht.
Bietet der eng befreundete Nachbar an, billig ein Spanferkel zu besorgen, da seine Nichte als Metzgerin arbeitet,
so wird der Sonntagsbraten nicht billiger, als wenn man ihn selber kauft, sondern durch die Kommission teurer!
Diese Kommissionen werden auf alles aufgeschlagen, vom Eintrittsgeld bis zum Grundstück.
Daher stets Ämtergänge oder Besorgungen selber machen oder aber sich nicht wundern…

Eine ausdrückliche Warnung muß gegen die kleinen Geldwechsler in Kuta ausgesprochen werden.
KEIN EINZIGER gibt die ausgeschilderten Kurse, sondern versucht auf die eine oder andere Art zu betrügen.
Die Tricks gehen bis zum verwenden manipulierter Taschenrechner!
Wer Geld wechseln will, sollte daher zu Kuta Central gehen oder einer Bank.
Mehr zum Thema Betrug in Bali findet man hier:
Fugly Bali
Club mbargo
Googelt einfach mal nach “Bali scam”…
Wer offenen Auges reist, wird aber diese Schattenseiten im Paradies gar nicht bemerken.

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